Was nicht in die Folgen passt — aber dazugehört.
Gedichte, Textsplitter, Ideen. Manche entstehen zwischen den Folgen, manche schon davor, manche stattdessen. Fast alle aber bei einer Tasse Kaffee.
Ich kann die Nacht durchtanzen
und morgens Brotdosen packen,
kann unter der Sonne kämpfen
und dich abends in den Schlaf wiegen,
kann mit dir Whiskey trinken
und Kamillentee.
Ich bin so viel
und mach davon so wenig.
Weil ich nicht weiß,
ob genug ist,
wer ich wirklich bin.
Oder zu wenig.
Aber wie soll es denn sonst gehen?
Nur wenn ich mache,
werde ich.
Und wenn ich gehen muss,
dann warte nicht auf mich.
Ich komme zurück,
wenn ich nach Hause muss.
Ich kann das alles.
Ich mach das jetzt.
Manchmal, da will ich raus aus dem gemeinsamen Traum,
will nur für mich allein ein Luftschloss bauen.
Will bar jeder Vernunft die Segel hissen,
in Hafenkneipen die Matrosen küssen,
mein Glück aus Bierdeckeln stanzen
und bis zum Frühstück auf dem Tresen tanzen.
Geht aber nicht.
Ich bin jetzt, ich bin hier, laufe neben dir.
Unser Alltag füllt sich von allein,
da bleibt nicht viel Platz zum unvernünftig sein.
Und manchmal, wenn ich uns so seh',
wie die Tage langsam vergeh'n
und die Jahre sich schneller und schneller um uns dreh'n —
dann will ich eigentlich auch nirgendwo anders mehr hingeh'n.
Denn vielleicht habe ich dich gerade zum letzten Mal geküsst.
Und hätt ich das vorher schon gewusst,
ich hätte nicht so schnell wieder los gemusst.
Ich hätte mit dir die Zeit verrückt
und dich noch fester an mich gedrückt.
Nur noch ein bisschen. Nur noch ganz kurz.
Nur noch ein einziges Mal.
Ich. Auf deinem Schoß.
Denn irgendwann hab ich dich zum letzten Mal so fest gehalten.
Und hätt ich's vorher schon geahnt,
ich hätte dich ganz einfach hier behalten.
Die Welt kann sich doch kurz alleine weiterdrehen,
und jede Nachricht wird auch ohne mich vergehen,
aber du und ich — wir bleiben nicht für immer hier so stehen.
Der letzte Schritt, ein kurzer Wink, ein schneller Kuss,
keine Zeit, ich muss — und schon ist Schluss.
Der Vorhang fällt.
Und verändert für immer das Gesicht der Welt.
Denn irgendwann hab ich dich zum letzten Mal gehört,
deine Schritte im Flur,
das Knarren der Tür,
dein „Hi — ich bin wieder hier."
Ich würde uns ein Glas Wein eingießen
und einfach nur, mit dir, den Alltagstrott genießen.
Ach, hätt ich's doch nur vorher schon gewusst.
Ich hätte jeden noch so kleinen Moment mit dir
ganz schamlos ausgenutzt.
Irgendwann ist immer das Ende dran.
Ich weiß das doch.
Ich weiß nur nicht, wann.
Neue Texte erscheinen unregelmäßig — immer dann, wenn etwas geschrieben werden will. Wenn du Noemi und der Novela folgst, kriegst du die meisten ohnehin mit.